Die 11. Auflage „Martinsville 500“ ist Geschichte.

Der grundsätzliche Ablauf des Events ist ja mittlerweile in der Szene hinlänglich bekannt. 

Siehe hierzu auch die Berichte der bisherigen zehn Auflagen.


Insofern könnte man natürlich an dieser Stelle einfach das Endresultat präsentieren und gut.


Aber: Irgendwie gibt es bei jeder Auflage dann doch die kleinen und großen Besonderheiten, die den Raum zwischen den 

Zeilen der Ergebnisliste füllen und festgehalten werden wollen.


Was bleibt uns also aus der 2019er-Auflage in Erinnerung?


Zunächst einmal ein gut gefülltes Teilnehmerfeld. Es hatten ursprünglich 30 Starter gemeldet. Zwei kurzfristige Absagen 

und eine vorzeitige Abreise wurden durch eine Spontan-Nachmeldung teilkompensiert.


Unter den 28 Startern befanden sich auch wieder einige MV500-Erststarter. Wir freuen uns immer wieder, dass unser Event 

nach all den Jahren noch eine Anziehungskraft auf Neugierige hat, die dabei sein wollen. 

Viele kommen übrigens wieder.

 In die MV500-Familie wurden dieses Mal feierlich aufgenommen:

  • Edith & Werner (erste Dame und erstes Starter-Ehepaar in der MV-Historie)
  • Sven „der Rolli“
  • Marcus „Mao“ aus Nürnberg
  • Patrick (höchstdekorierter „Rookie“ seit 2013, mit reichlich Lametta aus anderen Slotracing-Disziplinen)
  • Markus H. (nach dem jäh verhinderten Debüt 2018…)

Das große Feld der Stammfahrer und und Wiederholungstäter wurde natürlich mengenmäßig dominiert von Teilnehmern 

aus der 100-Meilen-Zone rund um das Rhein-Main-Gebiet. Neben dieser Heimschläfer-Fraktion waren aber auch wieder 

etliche Starter angereist aus der Schweiz, Berlin, Hamburg, Ingolstadt, München, Stuttgart.

 

Wie es mittlerweile schon fast Tradition ist, waren zum eigentlich geplanten Zeitpunkt der Bahnöffnung am Freitag schon 

reichlich Trainingsrunden auf der Anzeigetafel verzeichnet. Viele Teilnehmer hatten sich den Freitag komplett freigehalten 

und waren dann entsprechend frühzeitig vor Ort. Nur wenige mussten den Trainingsfreitag ausfallen lassen, um dann 

am Samstag dazu zu stoßen.

 

Echte Neuerung in diesem Jahr war das für Freitag-Abend angesetzte optionale NASCAR-Truck-Sprint-Rennen auf der 

Holzbahn. Der natürliche Lebensraum der Trucks lag bislang eher an anderen NASCAR-Hotspots der Republik, im 

Rhein-Main-Gebiet war die Art bislang nur selten anzutreffen. Entsprechend bestand das 9-köpfige Starterfeld größtenteils 

aus Fahrern aus den anderen Regionen, aber auch erste heimische Trucks waren am Start bzw. Heimfahrer mit Leihwagen.

 

Im Rennen spielten dann die „Bavaria Trucker-Boys“ Seb und Gerry ihre geballte Erfahrung aus und lieferten sich über den 

gesamten Rennverlauf ein spannendes Generationen-Duell um den Sieg. Am Ende sollte mit Seb der Junior eine gute 

Runde Vorsprung auf Gerry ins Ziel bringen und mit seinem Chevy Truck, mit dem er bereits vorher „Best-of-Show“ abgeräumt 

hatte, auch das Rennen gewinnen. Den dritten Platz sicherte sich auf Anhieb Patrick mit einem Just-in-Time fertiggestellten 

eigenen Truck. Die letzten Dremel-Arbeiten an der Karosserie waren noch kurz vor Rennstart zu vernehmen gewesen. 

Auf der Wettbewerbsbahn war zu dem Zeitpunkt schon „Strom aus“, so dass außer ein paar Technikcheck-Runden 

auf der Carrerabahn keine echte Abstimmung im Fahrbetrieb mehr möglich war. Wenn man’s kann, dann geht’s auch ohne…

 

Fazit: Auswilderung Truck im Rhein-Main ist grundsätzlich geglückt, Bestand muss sich jetzt aufbauen. Am Rande des 

Rennens war auch schon von einigen weiteren im Aufbau befindlichen Trucks zu hören. Man darf gespannt sein, was im 

Laufe des Jahres in den heimischen Slotcar-Zuchtstationen so heranwächst.

Soviel zum Freitag.


An dieser Stelle sei noch kurz eingeschoben, dass die gesamte Veranstaltung über beide Tage wieder von leckerem 

Essen (Brötchen, Chilli, Burger, Kuchen) umschmeichelt und ausgiebig von Martinsville-Nektar (Marke „Budweiser“) umspült 

wurde. Der Tatsache, dass die Teilnehmerschaft im letzten Jahr die gesamten Vorräte des Göttertrunks trockengelegt 

hatte, begegnete der Veranstalter in diesem Jahr agressiv und unerschrocken mit einer signifikanten Mengenanpassung nach 

oben. Trotz erbitterter Gegenwehr der Teilnehmer – insbesondere der üblichen Leistungsträger - behielt er mit dieser 

Strategie diesmal knapp die Oberhand. Manchmal ist mehr halt doch mehr…

 

Die Samstags-Session wurde wie üblich zur Frühstückzeit eröffnet und bot zunächst nochmal etwas Trainingsmöglichkeit, 

die insbesondere diejenigen intensiv nutzten, die am Freitag keine Zeit gehabt hatten.

 

Die anschließende Fahrzeugabnahme verlief reibungslos, so dass sogar einige Minuten vor Zeitplan der „Best-of-Show“ 

NASCAR gewählt werden konnte. Björn hatte letztes Jahr den Wanderpokal zum dritten Mal gewonnen und ihn somit 

behalten dürfen. Es ging also um einen nagelneuen Pott. Und der Titelverteidiger wartete erneut mit einer Augenweide 

auf, die eindrucksvoll unterstrich, dass er die Mission noch lange nicht als beendet ansieht. Trotz mehrerer anderer 

spektakulärer Kunstwerke im Feld, die auch einige Wertungshölzchen abgreifen konnten, gewann Björn zum vierten 

Mal in den letzten fünf Auflagen. Diesmal mit einem Chevy Monte Carlo.

 

Nachdem der ästhetisch-künstlerische Tagesordnungspunkt geschlossen und die Bahn wieder freigeräumt war, ging es 

an das Hauptrennen nach üblichem Ablauf.

 

Die 3-Runden-Quali brachte keine großen Überraschungen hervor. Seriensieger Peter klar vorne, dahinter zeigte Patrick, 

dass er auch in ungewohnter Slotcar-Waffengattung schnell ist. Nicht viel langsamer war Christian, der mit Peters 

Zweitwagen unterwegs war.

 

Das Feld wurde nach Quali-Ranking in sechs Startgruppen aufgeteilt. Der Qualisieger wählte die Holzbahn, so dass die 

vorderen drei Startgruppen dort und die hinteren drei Startgruppen auf der Carrerabahn begannen. Am Nachmittag wurden 

dann die Bahnen gewechselt, wie üblich mit Regrouping.

 

Insgesamt wurden in rund sieben Stunden auf zwei Bahnen und zehn Spuren von den 28 Startern 22.231,93 Runden gefahren. 

Ein detaillierter Rennverlauf in Breite und Tiefe kann daher hier nicht wiedergeben werden.

 

Hervorzuheben ist aber sicherlich der aufregende Kampf an der Spitze, an dessen Ende bei gut 870 gefahrenen Runden 

die Winzigkeit von exakt einer Runde Vorsprung den Ausschlag geben sollte. Verantwortlich für das Spektakel zeichneten Peter 

und Patrick, die damit den bisher knappsten Ausgang der Martinsville-Historie auf die Anzeigetafel brachten. Dieser lag bisher 

bei 2 Runden aus 2011 (Fola auf Beat), allerdings bei kürzerer Renndistanz. Peter hatte in der Mittags-Session auf der 

Holzbahn einen Vorsprung von zweieinhalb Runden herausgefahren, den Patrick dann in der Abend-Session auf der 

Carrerabahn nach und nach zentimeterweise abknabberte. Am Ende reichte aber die Fahrzeit nicht ganz aus und Peter konnte 

eine Runde Vorsprung kontrolliert in Ziel bringen. Mit seinem vierten Sieg in Folge, zog er mit Fola gleich, dem dieses Kunststück 

in den Jahren 2009-2012 gelungen war.

 

Aber natürlich wurde auch hinter der Spitze mit Inbrunst und Herzblut gekämpft und gab viele enge Duelle, die für die 

jeweils Beteiligten sicherlich genauso packend waren, wie der Titelkampf vorne. Hierzu sei der Blick auf die 

Ergebnistabelle empfohlen.

 

Bei so vielen Startern und einer so langen Renndauer, blieben auch kleinere und größere Technikprobleme an dem einen 

oder anderen NASCAR nicht aus. Natürlich ist es immer schade, wenn Fahrer durch Reparaturpausen Runden verlieren und 

dadurch zurückfallen, aber da ist es im 1:24 Motorsport nun mal nicht anders als bei 1:1.
Erwischt hat es diesmal Uwe, Björn, Roger, Christan und sicherlich auch noch weitere, die dem Berichterstatter 

(selbst auch nicht so ganz unterbrechungsfrei unterwegs…) im Getümmel entgangen sind.

 

Insgesamt war positiv auffällig, dass die einzelnen Läufe äußerst flüssig und zügig über die Bühne gingen. Es wurde 

weitestgehend diszipliniert gefahren, so dass die große Chaos-Apokalypse ausblieb. Das haben wir durchaus auch 

schon (sehr) anders erlebt! Außerdem fanden sich, ohne dass das vorher irgendwie thematisiert worden wäre, immer alle 

Fahrer und Einsetzer wie von Geisterhand gesteuert pünktlich zum Rennstart an der Bahn ein. An der richtigen, wohlgemerkt. 

Und die Fahrer sogar direkt mit Regler am Mann. Bzw. an der Frau – wir müssen uns erst noch daran gewöhnen, tun dies 

aber gerne…

 

Wenige Minuten nach Rennende trommelte IG-Clubchef Matthias die Teilnehmer zur Abschlussbesprechung und 

Siegerehrung zusammen.

 

Bevor Urkunden und Pokale an Teilnehmer und Gewinner überreicht wurden, gab es einen kurzen statistischen Rückblick 

auf elf Auflagen „Martinsville 500“.

 

Über alle Auflagen konnten 365 Starter verzeichnet werden, davon 122 verschiedene.

Im Rekordjahr 2012 gingen 48 Teilnehmer ins Rennen.

Insgesamt wurden 197.583,52 Runden gefahren.

Die „ewige Rangliste“ führt derzeit Matthias selbst an (6458,80 Runden), der ebenso wie Dieter (6423,44) und Ralf (6330,03) 

alle bisherigen Auflagen mitgefahren ist.

 

Ebenfalls an allen Auflagen beteiligt war Sigrid, die nun schon zum elften Mal das Catering gemacht hat und somit in 

gewisser Weise auch Rekord-Teilnehmerin ist. Wie bereits in den letzten Jahren erfolgte dies auch 2019 wieder im Team 

mit Melanie. Die Dankeschön-Blumen wurden den Damen von Markus (muss man das eigentlich noch erwähnen?) überreicht, 

der sich damit neben der starken sportlichen Leistung (Platz 3 im Rennen) auch auf dem gesellschaftlichen Parkett erneut 

souverän präsentieren und positiv hervortun konnte.

 

Ein dicker Dank von Veranstalter und Teilnehmern ging zudem an das bewährte Rennleiter-Team (Winni, Michael und Basti), 

das die Rennen jederzeit im Griff hatte. Sogar ohne Videoassistenten.

 

Auch dieser Bericht soll nochmal dazu beitragen, die Wichtigkeit der viel zu selten besungenen Orgahelfer hervorzuheben. 

Ohne diejenigen, die ihre eigene Zeit investieren, damit andere Rennen fahren können, geht es nicht. Das sollte man sich immer 

mal wieder vergegenwärtigen.

 

Bei der anschließenden Verleihung der Urkunden und Pokale wurde am meisten Seb in Anspruch genommen, der neben 

den Pokalen „BoS Truck“ und „1. Platz Truck“ wie bereits im Vorjahr auch den Pokal für die inoffizielle NASCAR-DM 

einheimste (Addition der Ergebnisse Berlin, Forstern, Martinsthal).

Ob und wie der ganze Kram noch ins Auto gepasst hat - schließlich musste Gerrys Pokal „2. Platz Truck“ ja auch noch mit – 

entzieht sich der Kenntnis des Schreiberlings und wird der Fantasie des Lesers anheimgestellt.

 

Hier nochmal die Dekorierten im Überblick:

Sprint NASCAR Truck: 1. Seb / 2. Gerry / 3. Patrick / BoS Seb

Hauptrennen NASCAR: 1. Peter / 2. Patrick / 3. Markus / BoS Björn

Inoffizielle DM: 1. Seb / 2. Markus / 3. Gerry

 

Zum ultimativen und nun wirklich finalen Ausklang gab es dann noch die übliche Runde Jägermeister im Stehen. Danach strebte 

die NASCAR-Gemeinde unter munterer Verbreitung von Festtags- und Neujahrswünschen Richtung Ausgang und Parkplatz, wo 

sich dann die Spur in den Weiten des Rheingau verlor.

 

Sicherlich nimmt jeder seine eigenen ganz persönlichen Erfahrungen aus dem Wochenende mit.

Manche aufgeschnappte Äußerung lässt sich sinngemäß als „Die Moral von Geschicht‘?“ ausdrücken.

Hier eine kleine Sammlung. Der eine oder andere findet sich sicherlich wieder…

 

Und die Moral vor der Geschicht‘?

  • Wer NASCAR fährt, der sündigt nicht.
  • Noch ein Bud, das schadet nicht.
  • Wer Peter schlägt, den gibt’s noch nicht.
  • Wer oft gewinnt, verliert meist nicht.
  • Wer fest verschraubt, zerlegt sich nicht.
  • Wer Samstag kommt, übt Freitag nicht.
  • Nur Holzbahn üben reicht oft nicht.
  • Beim einen läuft’s, beim andern nicht.
  • Wenn’s richtig läuft, dann bleibt’s so nicht.

 

In diesem Sinne eine schöne Weihnachtszeit und guten Rusch

Eure IG Slotracing

 

PS: Der Termin für die 12. Auflage Martinsville 500 steht bereits fest. Haltet euch unbedingt den 11.-12. Dezember 2020 frei!

 

PPS: Und die Moral von der Geschicht‘? Nur wer fährt kommt in‘ Bericht!